17.05.2015 Himalaya Sehgal-Schule Modul 1 Mai 2015

Die Himalaya-Schule startete mit Yogesh Sehgal und Eva Lang in das I. Modul.

Ein kurzer Überblick über die Biografie Hahnemanns - mit einem Video zeigt die Entwicklung der „Klassischen Homöopathie“ wie sie von Samuel Hahnemann schrittweise vor 200 Jahren entwickelt wurde. Ausgehend von der massiven Kritik an der damals praktizierenden Ärzteschaft suchte Hahnemann nach einer Alternative, die den Patienten sanft, sicher und rasch heilen und nicht nur die Symptome beseitigen bzw . den Patienten mehr schaden als nützen sollte. Vom ersten Selbstversuch Hahnemanns mit der Chinarinde, - der als die Geburtsstunde der Homöopathie bezeichnet wird - bis hin zum Organon der Heilkunst, das in der 1. Auflage 1810 unter dem Titel „Organon der rationellen Heilkunde“ erschien. Entsprechend seiner Fortschritte in der Entwicklung seiner „Homöopathie“ erschien 1921 die 6. Auflage des Organons der Heilkunst – nach dem Druck einer Abschrift in Leipzig - 79 Jahre nach seinem Tod – durch Richard Haehl.

„Wir wollen die klassische Homöopathie nicht ersetzen und nur nach Sehgal arbeiten“, sagt Yogesh Sehgal. Denn um erfolgreich nach der Sehgalmethode behandeln zu können, müssen die Grundlagen der klassischen Homöopathie erlernt und verstanden werden. Dazu gehört das Studium des Organons der Heilkunst,

§1 Des Arztes höchste und einzige Aufgabe ist es kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt.
§ 2 Das höchste Ideal der Heilung ist die schnelle, safte und dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit....nach deutlich einzusehenden Gründen“.
§3 Sieht der Arzt deutlich ein, was in jedem Krankheitsfalle insbesondere zu heilen ist...was an Arzneien da ist und an jeder Arznei das insbesondere, das Heilende ist...

der Arzneimittellehren sowie der Repertorien und fordert dies als Grundvoraussetzung für die Ausbildung eines jeden Homöopathen.

Erst nachdem wir uns vertraut gemacht haben mit diesen Grundlagen der Homöopathie können wir beginnen, den Sinn der Geistes- und Gemütsrubriken verstehen und anwenden.

Yogesh gesteht, dass wir mit der Homöopathie unter großem Druck von Autoritäten praktizieren und es durchaus einem Kampf gleicht, legal und anerkannt zu praktizieren, nicht nur in Deutschland sondern auch in Indien. Überall auf der Welt kämpft die Homöopathie mit ihren verschiedenen Richtungen um Anerkennung wie schon zu Zeiten Hahnemanns. Die Sehgalmethode, die von M.L Sehgal mit der „Wiederentdeckung der Homöopathie“ ein neues Licht auf die Geistes- und Gemütsrubriken wirft und sie damit aus ihrem Schattendasein herausholt.
Wie Hahnemann selbst, gelang auch M.L Sehgal der Durchbruch seiner Methode mit Malaria. Aufgrund der Malariaerkrankung eines Kindes dessen Heilung ihm mit einer Gemütsrubrik gelang und er damit seinen neuen revolutionierten Weg in der Homöopathie beschritt. Er widmete sich dem eingehenden Studium der Geistes- und Gemütsrubriken in den Repertorien. Mit Hilfe der Wörterbuchdeutungen begann er einzelne Begriffe der Rubriken zu interpretieren. Was bedeutet „Furcht vor Extravaganz“ oder „Trost agg“ bzw. „Trost amel“ oder „Verstecken aufgrund von Furcht“. Wieso sind in der Rubrik „Verlangen nach Licht“ Belladonna, Stramonium. Calcium carbonicum u.a. enthalten und wie unterscheiden sie sich?

Als einen wesentlichen Fehler bei der homöopathischen Behandlung erwähnt Yogesh, dass man immer wieder Symptome des „gesunden Menschen“ mit in die Auswahl aufnimmt. Dies sei ein drastischer Fehler, der zu unkorrekter Mittelwahl führe. Der gesunde Mensch zeigt durchaus auch Anteile eines Arzneimittelbildes. Von Bedeutung ist aber nur, die Veränderung, die während der Krankheit auftritt.

Wir müssen auch ein Gefühl und das Verständnis dafür entwickeln, in welcher Reihenfolge der Heilungsprozess verlaufen sollte und weshalb die Beschwerden häufig wiederkehren, nachdem sie als erstes verschwunden waren. Homöopathische Heilung setzt einen Prozess in Gang, in dessen Verlauf die „Lebenskraft des Menschen“ wieder ins Gleichgewicht bebracht werden muss. Nicht die Symptome der Krankheit stehen im Vordergrund sondern viel mehr fördert die Stärkung der Lebenskraft erholsamen Schlaf, sorgt für ausgeglichenere Stimmung, reguliert Appetit und Durst oder setzt Ausscheidungsreaktionen wie Stuhlgang oder Schweiß in Gang. Dadurch gewinnt der Organismus wieder an Kraft, durch die das Immunsystem gestärkt wird und im Einsatz gegen die Krankheit angemessen reagieren kann. Die Gesundheit zu erlangen bedeutet Wohlbehagen auf allen Ebenen. Der innere Friede erzeugt äußeren Frieden.

Im praktischen Teil wurden die Arzneimittelbilder von Arsenicum album, Opium, Aethusa cynapium, Stramonium und Belladonna vorgestellt. Die in den Arzneimittellehren und Repertorien aufgeführten körperlichen Symptome und Modalitäten wurden durch die sehr aufschlussreichen Geistes- und Gemütsrubriken ergänzt.

So finden wir mit Aethusa cynapium ein Mittel das in Indien bei sehr schwächenden Durchfallerkrankungen erfolgreich eingesetzt wird, die besonders bei hinfälligen, schwachen Kindern auftreten. Um sich dieses Mittel und auch andere zu erarbeiten sind die Singlerubriken sehr aufschlussreich. (Eva Lang) . Aethusa wird auch erfolgreich als Mittel gegen Prüfungsangst eingesetzt – unter Berücksichtigung einer Abgrenzung zu den bekannten Mitteln wie Gelsemium u.a.

Eva Lang referierte über die Einführung in die homöopathische Materia medica.
Auch hier gibt es verschiedene Richtungen wie die „Materia medica der Prüfsymtome“ und die „Klinische Materia medica“.

Yogesh zitierte Hahnemann, der davor warnte, nach klinischen Symptomen zu verordnen, wie sie bei Boericke, Allen oder Farrington zu finden sind. Er empfiehlt stattdessen sich an den Prüfsymptomen zu orientieren wie sie wiederum u.a. von Hering, Clarke, Hahnemann, Boenninghausen beschrieben werden.

Eva Lang erwähnte - um sich homöopathisches Wissen anzueignen - weitere Methoden und Literatur,
- die der Leitsymptome – Schlüsselsymptome von Allen, Boger, Morrison oder Phatak
- vergleichende Arzneimittellehre von Gross und Farringten
- die beschreibende Methode von Kent, Tyler und Nash
- Monographien einzelner Mittel
- Psychoanalythische interpretative Materia medica mit Schwerpunkt auf den Geistes- und
Gemütszustand wie sie von Vithoulkas u.a. und auch M.L. Sehgal praktiziert
werden.
Literatur aus dem Eva Lang-Verlag zur Sehgalmethode sowie Originalschriften von Drss.
Sehgal

Dabei gab sie wertvolle Hinweise, auf welche Art und Weise man sich die Rubriken erschließen kann am Beispiel von „Licht“. Was ist Licht? Etwas was die Dunkelheit neutralisiert um dabei auf die Wörterbuchbedeutung zurückzugreifen, die weitere Interpretationen erschließt. Licht bedeutet außer Helligkeit auch noch Leichtigkeit im Leben während der Erkrankung oder auch light food, light drinks, leichte Filme usw. darüber gilt es auch den „hoffnungsvollen“ Aspekt von Licht nicht zu vergessen.

Sie erarbeitete das Arzneimittelbild von Belladonna und zitierte Hahnemann aus der „Reinen Arzneimittellehre“, verwies auf Kent und vergaß auch Phatak nicht. Wie es zu Belladonna gehört, war es „erhellend“ die Geistes- und Gemütssymptome wie „Verlangen sich zu verstecken“ und „Verlangen nach Licht“ zu beleuchten. Weitere sehr aufschlussreiche Rubriken finden wir beim Studium der umfangreichen Geistes- und Gemütssymptome von Belladonna.

Wir freuen uns auf das zweite Modul im Herbst mit Sanjay Sehgal und Eva Lang - wieder Dobelhaus in Bad Boll.

Vielen Dank Eva und Yogesh